Debian auf der NSLU2

Mein treuer alter Server (PII-400) muss in Rente. Damals unter Woody installiert, später auf Sarge aktualisiert, verrichtet er seit Jahren klaglos seine Dienste.
Da er in letzter Zeit fast nur noch als Mail- und Printserver fungiert, nimmt er zu viel Platz weg und anbei rumort er auch etwas ;-) .

NSLU2
> kleiner gehts kaum

Eine Alternative musste her, ich habe mich bezüglich der Hardware für die Linksys NSLU-2 entschieden. Die Performance der ARM-5 CPU mit 266 MHz, 32MB RAM und 8MB Flash reicht zwar nicht an die des alten Servers heran, ist für meine Zwecke aber vollkommen ausreichend.

Die Installation des Betriebsystems (Debian Etch) habe ich auf einem 4GB-USB-Stick vorgenommen, für echte NAS-Zwecke werde ich dem System bei Gelegenheit noch eine 2.5″ USB-HDD spendieren.

Eine sehr gute Anleitung zur Basisinstallation ist bei techchannel.de zu finden. Wichtig ist das inoffizielle Installer-Image von slug-firmware.net zu verwenden und nicht das Ixp4xx-Image von Debian. Der passende Netzwerktreiber für die NSLU-2 ist Closed-Source und erfordert das Anerkennen der Lizenzbedingungen von Intel. Aus diesem Grund ist er in den Debian-Quellen nicht enthalten. Der Treiber kann natürlich nachträglich installiert werden, allerdings benötigt man dann eine vom Standard-Kernel unterstützte USB-Netzwerkkarte zur Basisinstallation oder muss die interne RS-232 nach außen führen.

Nach der Installation empfehlen sich ein paar Anpassungen die das Leben mit der Slug angenehmer gestalten:

Shutdown durch den Power-Button:
In /etc/inittab/ wird die entsprechende Zeile von reboot auf halt abgeändert:

ca:12345:ctrlaltdel:/sbin/shutdown -t1 -a -h now

Swap-Verhalten auf ein Minimum reduzieren:
Dafür wird in /etc/syscontrol.conf folgende Zeile eingefügt:

vm.swappiness=0

Akustische Meldungen für Boot-Up und Shutdown:
Folgendes Script wird nach /etc/init.d/beep.sh kopiert:

#! /bin/sh
NAME=beep
BEEP=/usr/bin/$NAME
MELODY_START="-f 261.626 -l 100 -D 100 -n -f 329.628 -l 100 -D 100 -n -f 391.995 -l 100 -D 100 -n -f 523.251 -l 200"
MELODY_STOP="-f 523.251 -l 100 -D 100 -n -f 391.995 -l 100 -D 100 -n -f 329.628 -l 100 -D 100 -n -f 261.626 -l 200"
SCRIPTNAME=/etc/init.d/$NAME
ARGS="-e /dev/input/event0"

# Exit if the package is not installed
[ -x "$BEEP" ] || exit 0

case "$1" in
  start)
         $BEEP $ARGS $MELODY_START
         ;;
  stop)
         $BEEP $ARGS $MELODY_STOP
         ;;
  restart|force-reload)
         # Do nothing
         ;;
   *)
        echo "Usage: $SCRIPTNAME {start|stop|restart|force-reload}" >&2
        exit 3
         ;;
 esac

Dieses Script habe ich irgendwo in den Weiten des Internets gefunden und nur die Melodie angepasst, leider weiß ich nicht mehr wo ;-)
Beep muss dazu installiert sein und man sollte nicht vergessen in /etc/rc2.d bzw. /etc/rc0.d den entsprechenden Start- bzw. Kill-Symlink anzulegen.

Deaktivieren nicht benötigter Kernelmodule:
Da der Ram auf der NSLU-2 sehr knapp bemessen ist, sollten alle nicht benötigten Kernelmodule deaktiviert werden.
Um z.B. IPv6 zu deaktivieren (YMMV) wird /etc/modprobe.d/aliases entsprechend modifiziert:

#alias net-pf-10 ipv6
alias net-pf-10 off

Man hat am Ende ein “ganz normales” Debian Etch-System vor sich, sollte aber bei der Auswahl der verwendeten Programme immer den begrenzten Ram im Hinterkopf behalten.
Momentan laufen bei mir lighttpd, postfix, dovecot und vsftpd - in Zukunft wird noch einiges dazu kommen - stay tuned…

abgelegt unter Linux - 27. Juli 2008   Kommentare (3)


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